Sonntag, 13. Oktober 2013
Komm booking - bloß nicht!
hinterhofmemories, 02:50h
Heute habe ich seit Jahren des Reisebuchens im Internet erstmal wieder ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, die nächste Reise im Reisebüro zu buchen. Einfach zwei Stunden Zeit nehmen, ins Reisebüro gehen, die Reiseverkehrsfrau ihren Job machen lassen und gut ist. Dies würde für mich bedeuten, enorme Zeit zu sparen und zudem meine Nerven zu schonen. Noch dazu würde es bedeuten, Arbeitsplätze zu sichern, nämlich den der Reiseverkehrsfrau. Warum ich darauf komme? Ich bin leider eine Perfektionistin und damit noch nicht genug, mein Mann auch. Die Suche im Internet nach dem charmantesten, best gelegenen und preisgünstigsten Hotel für ein Wochenende in Paris dauert länger als das Wochenende selbst. Völlig getrieben hasten wir von den Seiten der Reiseveranstalter, zu den Seiten der Reiseberichte von dort zu den Seiten der Hotelbeurteilungen bis hin zu der offiziellen Tourismusseite von Paris. Wir wühlen, schnüffeln und kriechen in die hinterste Ecke ins Netz, um das bestmögliche herauszuholen. Nichts scheint gut genug. Eine nervenaufreibende Suche mit vielen up and down: kein Zimmer mehr verfügbar, letzte Chance, nur noch ein Zimmer, letzte Buchung vor 2 Minuten etc. Dann muss es schnell gehen, die Anspannung steigt, aber wie buchen wenn nicht klar ist, wie am besten anreisen. Auto, Flugzeug, Thalis? Natürlich Thalis, der gehört zur Parisreise seit neuestem dazu. Ich möchte nämlich auch wie die glücklichen Menschen auf dem Thalis-Werbeplakat, ganz relaxt mit dem besten Service für ganz kleines Geld in kurzer Zeit in freudiger Erwartung im Gare du Nord einfahren. Ich hoffe fest, dass es die echten französischen Croissant dort schon im Speisewagen geben wird. Ja meine Erwartungen an den neuen Zug sind hoch. Leider werden sie schon zuhause getrübt in dem die Onlinebuchung nicht hält, was das Werbeplakat verspricht. Keinesfalls haben die glücklichen Menschen vom Werbeplakat ihre Fahrkarten online gebucht. Denn die Franzosen wollen es genau wissen, bevor die eine Fahrplanauskunft geben, muss ich erstmal alle persönlichen Daten eingeben, zwischendurch mehrmals technischer Absturz und wieder von vorn. Nach mehrmaligem eingeben der Daten liegen meine Nerven blank, ich beruhige mich damit, es gleich geschafft zu haben, jetzt nur noch die Daten der Kreditkarte eingeben und Bingo! Unsere Firewall hält die tgv-Seite für nicht koscher und weigert sich die Daten weiter zu geben, das war`s - rien ne va plus. Das Zimmer haben wir dann erstmal gebucht, weil nur noch ein Zimmer verfügbar, letzte Buchung erfolgte vor zwei Minuten etc. Die Fahrkarten habe ich dann am Bahnhof gekauft, da die Deutsche Bundesbahn auch ein Kontingent von den Franzosen hat. Natürlich waren die günstigen Plätze vom Vortag nicht mehr zu haben! Warum es also nicht mal mit dem Besuch im Reisebüro versuchen?
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